Mein Frühjahrs-Garten

Ein Tipp von Kons. Hertha Tiefenthaler

Liebe Perwanger Gartenfreunde

Ich erinnere mich noch gerne an den Besuch der Perwanger/innen im Juni 2019. Wir besichtigten gemeinsam die Naturschule St. Veit/Innkreis sowie meinen Haus- und Lehrgarten. Über die nachfolgende Einladung als Referentin für eure Veranstaltungsreihe “Naturwunder Hausgarten” habe ich mich sehr gefreut. Schade, dass es in diesem – bisher so sonnenreichen – Frühjahr nicht möglich ist, wegen des Corona-Virus als Gruppe zusammen zu kommen und dieses Seminar durchzuführen.

Gerne aber lasse ich euch Anteil haben an meinem Haus und Lehrgarten und erzähle euch, was es für mich dort im Moment zu tun gibt. Vielleicht ist es möglich, noch im Herbst dieses Jahres ein Seminarmodul nachzuholen und interessierte Perwanger/-innen kennen zu lernen.
Hertha Tiefenthaler, Leiterin der Naturschule St. Veit / I.

Mein Garten “ruft mich”

In diesen Zeiten einen Garten zu haben, egal ob groß oder klein, ist für mich die größte Freude und sehr wertvoll. Bereits am 2. März habe ich begonnen, im Mistbeet die alte Erde mit der Grabgabel aufzulockern. Dann habe ich eine dünne Schicht Kompost darüber gestreut, alles leicht eingehackt und zur Verbesserung des Bodens etwas Urgesteinsmehl hinzu gefügt. Letzteres trägt zur Vermehrung von Mikroorganismen bei, was in der Folge den Boden locker hält, es hilft aber auch, das Ungeziefer und das Unkraut in Grenzen zu halten.

Meine erste Aussaat, meine ersten Pflanzungen

Wie immer kaufe ich die vorgezogenen Pflanzen in einer nahen Biogärtnerei in Mettmach. Dort bekomme immer gesunde Pflanzen in einer guten Erde.

Woran konnte ich feststellen, dass es sich um einen guten Boden zur Gartenbewirtschaftung handelt?

  • Salat pflanzen
    15 Stück reichen für den Anfang.
    Ich setze sie im Abstand von ca. 2o cm, in Reihen versetzt (siehe Skizze links). Sie brauchen diesen Abstand voneinander, damit die schön gewachsenen Salathäuptel später nebeneinander Platz finden. Dazu mache ich mit dem Steckholz ein Loch, das ich mit lauwarmem Wasser begieße. Die Pflänzchen setze ich so hoch ein, wie sie beim Kauf in der Erde waren. Würde ich sie tiefer einsetzen, würden die unteren Blätter zu faulen beginnen.
  • Radieschen säen
    Sie gehören im Frühjahr zu meinen ersten Aussaaten. Diese säe ich mit einem Reihen-Abstand von 10 cm. Innerhalb dieser Reihen sind die Radieschen 3-4 cm voneinander entfernt.
  • Bei den Karotten
    wähle ich sehr gerne die Sorte Nataise 2, weil sie sehr saftig sind. Wiederum lege ich Wert auf eine kontrollierte biologische Qualität. Man kann diese Sorte bereits im März im Freiland aussäen, ab August können die Karotten geerntet werden.
  • Petersilie
    säe ich gerne als Krautpetersilien und/oder Schnittpetersilie, in einem Reihenabstand von ca. 5 cm. Gerne mische ich auch die Reihen: jeweils eine Reihe Petersilie, dann eine Reihe Karotten usw. Man könnte auch eine Reihe Zwiebel darunter säen, dann mit etwas größerem Abstand.
  • Zwiebel
    Die Stuttgarter Riesen sind meine Lieblingssorte, probieren Sie aber selbst aus, welche Sorte Ihnen für die Küche und für den Rohgenuss besonders schmackhaft und verträglich erscheint. Wer für den Rohgenuss lieber rote Zwiebel möchte, die meist einen höheren Anteil an Antioxidanten besitzen, kann die Sorte “Rote Laaer” probieren, die man ebenfalls in Bio-Qualität bekommt.
© Helga Lindtner, Blick in den Haus- und Lehrgarten von Hertha Tiefenthaler, Naturschule St. Veit im Innkreis
  • Kohl und Kohlrabi, Frühkraut und Karfiol
    kann man auch schon setzen. Ich setze diese gerne in die Mitte der Beete, sie brauchen jedoch einen Abstand von 30 bis 40 cm. In die äußere Reihe pflanze ich Salat und zwischendrin Spinat. Der Spinat wächst schneller, wenn er geerntet ist, haben dort Kraut, Kohl bzw. Karfiol Platz.
  • Auf meiner Fensterbank: Paprika und Pfefferoni
    Schon Ende Februar habe ich Paprika und Pfefferoni angebaut. Aufgeschnittene Milchpackerl oder Topfen-Becher leisten dazu gute Dienste. Bei diesen Pflanzen nicht gleich alle Samen verwenden, es reicht, wenn ca. 10 Stück eingestreut werden. Die Samen halten ja auch noch für´s nächste Jahr, wenn sie von guter Qualität sind, kühl, aber nicht unter Frost, gelagert werden. Die Paprika werde ich in den nächsten Tagen in größere Töpfe pikieren (Pikieren heißt: Sämlinge umsetzen. Manche verwenden dazu gerne einen Pikierstab).
  • Tomaten
    säe ich immer erst Mitte März, sonst wachsen die Pflanzen zu hoch hinaus. Bei Wind und Wetter brechen sie dann leicht. Mir ist es lieber, sie später zu setzen, dafür habe ich massivere Pflanzen. Von den besten Tomatensorten des Vorjahres nehme ich immer im Herbst die Samen, wasche sie gut und trockne sie. Wenn ich diese im nächsten Jahr verwende, weiß ich, dass sie nicht manipuliert sind. In den letzten Jahren sind eine große Menge neuer Sorten auf den Markt gekommen. Auch ich werde wieder eine große Auswahl in meinem Garten haben. weil manche vom Geschmack her, andere wieder wegen ihrer Haltbarkeit oder anderer Vorteile so überzeugend sind, dass man diese Vielfalt gerne nutzen möchte. Besonders schätze ich die gelben und roten Ochsenherz-Tomaten, aber auch die “Russian Queen”.

Wann säe ich den Samen, wann setze ich meine Pflanzen?

Viele Gärtner/-innen sind von der Wirkung des Mondes überzeugt. Gewisse Zeiten wirken sich auf das Pflanzen, auf das Wachstum, auf die Widerstandsfähigkeit, auf die Ernte und auf die Lagerfähigkeit günstig aus. Ich selbst habe viele gute Erfahrungen damit gemacht. So setze ich beispielsweise mein Wurzelgemüse grundsätzlich bei abnehmendem Mond. Die Bäume und Beerensträucher haben wir letzte Woche – an einem Fruchttag – bei aufnehmendem Mond und die Rosen am Blütentag geschnitten. Wer sich genauer informieren möchte, findet in den Mondkalendern viele Hinweise dazu.
Weiters gibt es dazu reichlich Literatur.

Und jetzt heißt es fleißig gießen

Bei uns ist die Erde sehr trocken, Deshalb mulche ich meine Beete dünn mit Rasenschnitt. Das hält den Boden besser feucht. Und nicht vergessen: gleich nach dem Setzen der Pflanzen etwas Bier in einen Topfenbecher geben, damit die Schnecken sich dort sammeln. Dann die Schnecken “entsorgen”.
Sonst bleibt möglicherweise von den Pflanzen nicht viel übrig.

Habt Ihr noch Fragen?

Dann schreibt sie in das Kontaktformular dieser Homepage. Was auch für andere wichtig sein kann, findet Ihr als anonyme Fragen bald in dieser Website. Gerne antworte ich dann darauf, aber auch andere Referenten/-innen und erfahrene Gartenpraktiker/-innen beteiligen sich daran.

Ich freue mich über Besuche

Falls Ihr Lust habt, besucht mich im Herbst. Ich verteile dann gerne kostenlos aus meinen 60 Pflanzen die guten Samen.
So wie Ihr in Perwang, hoffe ich, dass auch bei uns die Seminare in der Naturschule wieder bald beginnen können.

Die Themen und Termine dazu findet Ihr hier:
Website Naturschule St. Veit im Innkreis

© Anna Maria Hujber, Naturschule St. Veit, Rosengarten

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