Was ist ein Naturgarten?

Ein Tipp von Mag. Wilfried Bedek

Was ist ein Naturgarten?

Die Antwort hierauf ist so vielfältig wie der Naturgarten selbst.
Allem voran stellen möchte ich jedoch, dass ein richtig angelegter und gepflegter Naturgarten gleichermaßen dem Menschen wie der Natur nützen soll.
Wer einen eigenen Garten pflegt, möchte auch einen guten Ertrag haben. Das ist aber nur ein Qualitätsmerkmal. Zusätzlich schätze ich an ihm, dass das Obst und Gemüse, das in ihm reifen kann, auf einem gesunden Boden angebaut wurde. Es wurden keine chemischen Dünge- und Spritzmittel verwendet und es ist ein vorzügliches Geschmackserlebnis, etwas frisch Geerntetes zu verkosten. All das kann mir der Supermarkt so nicht bieten.

Die Achtsamkeit des Gärtners

In einem Naturgarten dürfen sich Pflanzen und Tiere – in Übereinstimmung mit den geringen Eingriffen des Gärtners – frei entfalten. So halten sie sich wechselseitig selbst in einem natürlichen Gleichgewicht.
Den Erfolg kann man sehen, spüren und schmecken: an den gesunden, nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln, an der Freude am eigenen Werkeln, am Beobachten und Genießen der Natur und an der großen, ausgewogenen Artenvielfalt.

Grundsätzlich können Sie im Naturgarten tun, was Ihnen Freude macht und nützlich ist.

Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich Ihnen nachfolgend drei Empfehlungen mitgeben, die Sie beim Anlegen und bei der Pflege eines Naturgartens beachten sollten.

  1. Bestimmen Sie selbst, wie viel Sie ernten möchten
    Wenn Sie sich in einem hohen Maße selbst versorgen möchten, muss der Garten größer geplant werden. Machen Sie das aber schrittweise, vor allem dann, wenn Sie noch wenig Erfahrung damit haben.

  2. Gartenarbeit soll Ihr Leben bereichern
    Wir freuen uns, wenn wir Früchte, Kräuter, Gemüse und Beeren ernten können. Sie können in Ihrem Garten aber auch immaterielles “ernten”, was nicht nur dem Körper, sondern auch Ihrer Seele gut tut.
    – Wenn Sie durch die Gartenarbeit die Hektik des Alltags hinter sich lassen und so wieder mehr bei sich selbst sind …
    – Wenn Sie sich an der Vielfalt und Farbenpracht Ihres blühenden Gartens neu “aufladen”, während Sie sich vorher noch überfordert und “ausgebrannt” gefühlt haben …
    – Wenn Sie eine neue Nähe zu den Pflanzen und Tieren finden, die in Ihrem Garten zu “Mitbewohnern” geworden sind oder auch nur vorüber gehend “zu Besuch kommen” …
    Dann wird Ihr Garten ein bunter, sinnlicher Edelstein sein – und das direkt vor Ihrer Haustüre!

  3. Lieber klein und fein
    Wenn das eigene Garteln Ihnen wiederholt Stress macht und zeitlich schwer zu bewältigen ist, dann passen Sie ihn an Ihre zeitlichen Möglichkeiten an. Lieber ein kleiner Garten, den Sie mit Lust und Freude pflegen als ein großer, der Ihnen zur Last wird. Denn auch hier gilt: Ihre Gesundheit kommt zuerst!

Wie viel Technik verträgt ein Naturgarten?

In meinem Naturgarten achte ich darauf, den technischen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Ich verzichte weitgehend auf Motoreneinsatz, auf Plastik und Pestizide. Dies beginnt schon bei der Wahl der Werkzeuge. Sie sind aus Holz und Stahl, ohne Plastik, ohne Motor. Anstelle eines Motor-Rasenmähers mähe ich mit der eigenen Muskelkraft. Hierzu gibt es sehr effektive Handrasenmäher oder – noch besser – die gute alte Sense. Ich gebe zu, letzteres muss gelernt sein, dann aber macht es Spaß.
Wenn der Naturgarten nach ein paar Jahren herangewachsen ist, reduzieren sich die zu mähenden Flächen ohnehin auf wenige Quadratmeter. Die verbleibenden Flächen werden fast nur noch von Obst- und Gemüsemischkulturen oder von zweimähdigen Schmetterlings-Blumenwiesen eingenommen.
Für eine bis zu 20 m lange Hecke tut es auch eine gut geschliffene Hand-Heckenschere. Bei den meisten Sträuchern und Bäumen reicht es aus, sie alle zwei bis drei Jahre zurück zu schneiden. Viele Stauden, Rosen und Beerensträucher benötigen einmal jährlich nach der Blüte bzw. Frucht einen kräftigen Rückschnitt.

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